“Montessori-Schulen entwickeln sich gut”
Ein Artikel zu unserem Tag der offenen Tür am 17.09.11 von Sabine Bornemann in der Dorstener Zeitung:
“Seit 2007 gibt es in Dorsten eine Montessori-Grundschule im ehemaligen Schulgebäude der Bonifatiusschule und der Astrid-Lindgren-Schule an der Juliusstraße. Inzwischen sind die ersten beiden Jahrgänge in weiterführende Schulen gewechselt. In diesem Zuge wird auch eine neue Montessori-Realschule aufgebaut, die seit kurzem Räume an der Köhler Straße in Alt-Wulfen bezogen hat.
Bisher gibt es dort eine fünfte und eine sechste Klasse, die in der Orientierungsstufe auch noch jahrgangs-übergreifend unterrichtet werden. Auf dem alten Freibadgelände in Dorsten beginnt in diesen Tagen der Neubau eines behindertengerechten Montessori-Campus mit Grund- und Realschule, OGS-Bereich, einer Mensa und Fachräumen. Dann soll jede Form von Inklusion möglich sein.
Ausführliche Entwicklungsberichte
Aber nicht alle Kinder machen nach der vierten Klasse auf einer Montessori-Schule weiter. Obwohl es in dieser Grundschule keine Ziffernnoten, sondern stattdessen ausführliche Entwicklungsberichte gibt, hat es auch bei einem Wechsel zu Regelschulen in Dorsten, Marl oder Schermbeck bisher keine Probleme gegeben. Die schriftlichen Informationen über das einzelne Kind sind viel differenzierter als ein Notenspiegel es ausdrücken könnte. Die Schule wird vom Montessori-Verein Dorsten/Lembeck e.V. getragen.
Birgitt Weßeling-Busch ist die Vorsitzende. Außerdem ist sie geschäftsführende Schulleiterin mit dem Schwerpunkt „Finanzen“ und auch als Heilpädagogin an der Grundschule tätig. In der Verknüpfung dieser Aufgaben zeigen sich gleich mehrere typische Unterschiede zu den öffentlichen Regelschulen: Die Maria-Montessori-Grundschule ist eine private Einrichtung, die durch einen Träger- und einen Förderverein von Eltern und Pädagogen gemeinsam aufgebaut wird – inhaltlich und materiell.
13 % der benötigten Mittel muss die Schule selber aufbringen. Wenn es mit dem Schulgeld (80 und 250 Euro mtl.) Probleme gibt, wird eine Lösung gefunden. Die restliche Finanzierung ist durch das Land NRW gesichert, dessen Lehrpläne auch hier gelten. Das Montessori-Konzept realisiert die Landesvorgaben allerdings mit anderen Methoden und einem anderen Personalschlüssel: Alle vier Jahrgänge werden hier in einem Klassenverband unterrichtet – mit einer Lehrkraft, einem Heil- oder Sonderpädagoge und einer pädagogischen Assistenz. Das setzt natürlich ein sehr differenziertes Unterrichtsmaterial voraus, was immer für alle Jahrgänge parallel bereit liegen muss.
Gründliche Beschäftigung mit einem Thema
So kann sich ein Kind mit Talent auf einem Gebiet in seiner Freiarbeit viel schneller und gründlicher mit einem Thema befassen. Umgekehrt wird für schwache Schüler der Leistungsdruck reduziert. Das Herstellen von Unterrichtsmaterialien ist eine von mehreren AGs, wo sich Eltern für die Schule engagieren. Ganz wichtiges Grundprinzip ist dabei die in den Lektionen schon enthaltene Möglichkeit zur Fehlerkontrolle, die das Kind selber durchführen kann. Die Kinder scheinen sich in ihrer Schule sehr wohl zu fühlen. Davon konnte man sich am Tag der offenen Tür überzeugen.”




